Einführendes pädagogisches Material
Dieses pädagogische Material bietet einen Überblick über zentrale Lerninhalte zu Antiziganismus. Es verbindet historische Zeugnisse, aktuelle Perspektiven und audiovisuelle Formate. Lehrkräfte erhalten eine strukturierte Grundlage für den Einsatz im Unterricht.
Übersicht über die Schüler-Materialien
Das vorliegende pädagogische Material widmet sich der historischen und gegenwärtigen Diskriminierung von Sinti und Roma sowie der Auseinandersetzung mit Antiromaismus / Antiziganismus in Deutschland. Es verbindet zeitgeschichtliche Zeugnisse, intergenerationale Perspektiven, aktuelle Erfahrung mit Rassismus an Schulen und gesellschaftspolitische Debatten in audiovisuellen Formaten. Ziel ist es, historische Kontinuitäten sichtbar zu machen, Empathie zu fördern und zur kritischen Reflexion gegenwärtiger Diskriminierungsmechanismen anzuregen.
- Ein Video-Interview mit der deutschen Sintizza Else Baker über ihre Deportation als Kind nach Auschwitz und Ravensbrück.
- Ein Interview mit Carmen Spitta über das Aufwachsen als Tochter einer Holocaust-Überlebenden.
- Ein kurzes Interview mit der jungen Romni Rebeka über ihre Erfahrungen mit Rassismus im schulischen Alltag.
- Ein Gespräch zwischen dem Journalisten und Roma-Aktivisten Sejnur Mimisi und der Studierenden Melissa Sejdi über digitale Hassrede und antiziganistische Kontinuitäten.
- Kurzformate („Train-Talks“), die stereotype Zuschreibungen gegenüber Sinti und Roma reflektieren und hinterfragen.
Das Material stellt einen historischen Bogen vom nationalsozialistischen Völkermord an Sinti und Roma über dessen Nachwirkungen bis hin zu aktuellen Diskriminierungserfahrungen her.
Pädagogische Zielsetzung & Einsatz
Das Gesamtmaterial verfolgt mehrere zentrale Bildungsziele:
- Historische Aufklärung über die nationalsozialistische Verfolgung von Sinti und Roma.
- Sensibilisierung für Kontinuitäten von Diskriminierung nach 1945 bis in die Gegenwart.
- Stärkung von Empathie und Perspektivübernahme durch biografische Zugänge.
- Förderung von Medienkompetenz, insbesondere im Umgang mit Hassrede und rassistischen Narrativen im digitalen Raum.
- Demokratiebildung und Menschenrechtsorientierung durch Auseinandersetzung mit Minderheitenschutz und gesellschaftlicher Teilhabe.
Durch die Kombination aus Zeitzeugenschaft, intergenerationaler Perspektive, aktivistischer Gegenwartsanalyse und niedrigschwelligen Kurzformaten entsteht ein multiperspektivisches Bildungsangebot, das für den schulischen Kontext geeignet ist.
Weitere Materialien
Weitere Materialien und Aufgaben, die inhaltlich an dieses Material anschließen.
Interview: Else BakerZeitzeugin und deutschen Sintizza (geb. 1935)
Dieses Interview gibt einen persönlichen Einblick in das Leben von Else Baker während des Nationalsozialismus. Sie berichtet von ihrer Kindheit, ihrer Deportation und ihren Erfahrungen in Konzentrationslagern. Leserinnen und Leser lernen die historischen Ereignisse aus einer individuellen Perspektive kennen.
Interview: Carmen Spittadeutschen Sintizza (geb. 1970)
Dieses Interview beleuchtet die Bedeutung von Erinnerungskultur aus der Perspektive von Carmen Spitta. Es zeigt, wie Familiengeschichte und gesellschaftliche Aufarbeitung miteinander verbunden sind. Leserinnen und Leser reflektieren die Rolle von Erinnerung in der Gegenwart.
Interview: Rebekajunge Romni (geb. 2001)
Dieses Interview beschreibt die Erfahrungen einer jungen Romni mit Rassismus im Alltag. Es macht sichtbar, wie Diskriminierung in Schule und Gesellschaft wirkt. Leserinnen und Leser setzen sich mit aktuellen Formen von Ausgrenzung auseinander.
Interview: Sejnur MemishiMedien und Aktivismus
Dieses Interview thematisiert Medienarbeit und Aktivismus aus der Perspektive von Sejnur Memishi. Es zeigt, wie digitale Plattformen genutzt werden können, um auf Diskriminierung aufmerksam zu machen und Gegenstimmen zu stärken. Leserinnen und Leser setzen sich mit Strategien gegen Hass und Vorurteile auseinander.
Train Talksmit Robert A. und David H.
Die „Train-Talks“ sind kurze Videoformate, die stereotype Zuschreibungen über Sinti und Roma hinterfragen. Sie bieten niedrigschwellige Impulse zur Reflexion von Vorurteilen im Alltag. Besonders geeignet für den Einsatz in Einstiegssituationen.